Die drei Säulen der Sichtbarkeit

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Recherche & Forschung

Kuratoren, Galeristen und Plattform-Betreiber müssen aktiv nach Künstlern suchen, deren Arbeit die unsichtbare Arbeit dokumentiert. Nicht warten, bis die Werke "entdeckt" werden – sondern selbst die Suche beginnen. In Archiven graben, in Communities eintauchen, Stimmen hören, die bisher übergangen wurden.

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Plattform & Zugang

Die großen Online-Plattformen dominieren den Kunstmarkt – doch wer entscheidet, was dort sichtbar ist? Algorithmen, Redaktionen, Kuratoren: Alle tragen Verantwortung. Es reicht nicht, passiv Inhalte zu hosten. Aktive Förderung, gezielte Auswahl und bewusste Diversität sind notwendig.

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Fairness & Vergütung

Unsichtbare Arbeit bleibt unsichtbar, wenn sie nicht bezahlt wird. Fotograf:innen und Videokünstler:innen, die über Arbeiter:innen, Pflegekräfte, Reinigungspersonal dokumentieren – sie verdienen faire Honorare. Institutionen müssen hier Vorreiter sein, nicht Nachzügler.

Verantwortung einfordern – nicht bequem bleiben

Die Kunstwelt hat eine Macht, die oft unterschätzt wird. Was gezeigt wird, wird wertgeschätzt. Was nicht gezeigt wird, existiert quasi nicht. Diese Macht trägt Verantwortung.

  • Galerien & Museen: Programmieren Sie Ausstellungen, die unsichtbare Arbeit sichtbar machen – nicht als Nische, sondern als Kernstück.
  • Online-Plattformen: Überprüfen Sie Ihre Algorithmen und Kuratierungsprozesse. Wer wird gefördert? Wer bleibt unsichtbar?
  • Kurator:innen: Recherchieren Sie aktiv. Gehen Sie zu Orten, die nicht auf der üblichen Kunstroute liegen. Hören Sie zu.
  • Künstler:innen mit Privilegien: Nutzen Sie Ihre Sichtbarkeit, um andere Stimmen zu verstärken. Teilen Sie Podiumsplätze.
  • Kritiker:innen & Journalist:innen: Schreiben Sie über die Werke, die sonst niemand erwähnt. Geben Sie ihnen Raum in Ihren Artikeln.
  • Sammler:innen: Investieren Sie in Kunst, die gesellschaftliche Verantwortung zeigt. Ihr Geld hat eine Aussagekraft.

📢 Die Frage ist nicht: "Warum wird das nicht gezeigt?"

Die Frage ist: "Was tue ich, damit es gesehen wird?"
Bequemlichkeit ist keine Option. Recherche ist Pflicht.

"Kunst ist nicht das, was man sieht, sondern das, was man anderen sehen lässt."
– Edgar Degas (angepasst für unsere Zeit)

Aktionen für den 1. Mai

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Dokumentiere

Mach Fotos oder Videos von Arbeit, die sonst niemand zeigt. Teile sie mit den passenden Hashtags. Dokumentiere die Realität.

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Vernetze

Suche Kontakt zu Künstler:innen, die dieses Thema bearbeiten. Biete Zusammenarbeit an. Baue Brücken statt Mauern.

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Sprich darüber

Diskutiere in sozialen Medien, in Galerien, bei Veranstaltungen. Mach das Thema sichtbar. Schweigen hilft niemandem.